Die Wahlen sind vorbei - doch die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz hält weiter an. Ist er noch der Richtige für dieses Amt? In der CDU mehren sich die Stimmen, die das kritisch sehen. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Mario Czaja sagt im ZDF, es sei "an der Zeit, dass er den Platz frei macht".
Hendrik Wüst, Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen und neben CSU-Chef Markus Söder ein potentieller Merz-Nachfolger, erteilt Spekulationen um mögliche Kanzlerambitionen im ZDF eine klare Absage. Bei "Berlin direkt" sagt er:
Wüst: Bundesregierung Brauche Ein "Durchstarten"
Er wolle seinen "Beitrag dazu leisten, dass dieses große Land stabil bleibt und einen guten Weg in die Zukunft geht", sagt Wüst. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen könnten sich auf ihn verlassen.
Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder und den CDU-Ministerpräsidenten arbeite man jetzt aber daran, "dass wir ein Durchstarten hinkriegen dieser Bundesregierung". Das sei wichtig für Deutschland und dann hätten sich "alle anderen Fragen auch erledigt", so der CDU-Politiker.
In der Führungsriege der CDU will man vor allem eines: den Ball flachhalten und das Tempo aus der Debatte nehmen. Die Reihe der Ministerpräsidenten fordert fast einhellig: keine Personaldebatten. Es sei "jetzt nicht der Zeitpunkt, um Personaldebatten zu führen", sagt Hessen Ministerpräsident Boris Rhein. Jetzt müsse es "um die Inhalte" gehen, sagt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt.
- Arbeitnehmerflügel sieht CDU nicht mehr als Volkspartei
Wüst: Vertrauen Wiederherstellen
Auch Wüst betont, es gehe jetzt darum, dass die CDU wieder regiere und sich "den Sorgen und Nöten der Menschen" zuwende. Er sagt:
Die Bundesregierung muss jetzt die Themen Rente, Pflege und Steuern angehen. Alle müssten sich jetzt an dem Ziel ausrichten, "Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates wiederherzustellen", denn: "Auch die steht in Frage", sagt Wüst. Und von der CDU werde erwartet, "dass wir die Dinge anpacken".
Kritik An Arbeitsministerin Bärbel Bas (Spd)
Die Koalition in Berlin tue sich "an manchen Stellen schwer". Kritik äußert Wüst im ZDF an Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Er sagt:
Es wäre, so Wüst, "so viel leichter gewesen" über die Frage von 45 Beitragsjahren, Rente mit 63 zu sprechen, wenn ein Gesetzentwurf vorgelegen hätte, der die Verabredungen umgesetzt hätte. Dazu gehöre "eine Regelung, dass diejenigen raus können aus dem Arbeitsleben, die körperlich oder von mir aus auch psychisch nicht mehr können", sagt er. Daran müsse nun gearbeitet werden.
Wüst: Botschaft Aus Wahlen "Ziemlich Klar"
Für die CDU waren die letzten Wahlen ein Desaster. Zwar sei man mit den Wahlanalysen noch "nicht fertig", sagt Wüst, aber eines sei "ziemlich klar":
Sinn der Reformen sei es, dass für die Menschen "am Ende mehr Netto vom Bruttolohn übrig bleibt", sagt Nordrhein-Westfalens Regierungschef. Man müsse dafür sorgen, dass "auch unsere Kinder ein verlässliches Rentensystem haben" und "dass Pflege auch in einer alternden Gesellschaft funktioniert".
Wüst: Pflegereform Ist "Herausfordernd"
Wüst zeigt Verständnis für die Bedenken der SPD bei der Pflege. Die Kosten für die Pflege dürften "doch nicht die Generationen in der Familie entzweien". Er habe jedoch Zweifel, dass ein Pflegedeckel "die richtige Antwort" sei. Stattdessen müsse man "Pflege so organisieren, dass Menschen in Würde altern können und trotzdem die nächste Generation, die noch im Berufsleben ist, nicht überfordert wird".
Das sei "herausfordernd", deshalb seien die Diskussionen für ihn auch "nicht überraschend". Allerdings solle man die Debatten hinter verschlossenen Türen führen, sagt Wüst:
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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 27.09.2026 um 19:10 Uhr in der Sendung "Berlin direkt".
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