Grund 1: Unterstützung Durch Iran
Im Bürgerkrieg im Jemen setzen die Huthi die Regierung immer stärker unter Druck. In dem Land kämpft die international anerkannte jemenitische Regierung gegen die Huthi-Miliz. Doch die Regierung ist gespalten - das erschwert die militärische Koordination und schwächt die Streitkräfte.
Außerdem haben die Huthi einen starken Unterstützer: Iran. Dieser habe die Miliz auch befähigt, sich selbst mit Waffen zu versorgen, erklärt Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler im ZDFheute-Interview: "Am Anfang wurden ganze Raketen nach Jemen geschafft, dann wurden Kapazitäten der Huthi geschaffen, dass sie die Raketen und Drohnen selbst zusammenbauen können, sodass sie praktisch nur noch Teile aus dem Iran brauchen."
Was sie von Iran brauchen, finde seinen Weg über Schmuggelrouten, so Schindler, zum Beispiel mit Schnellbooten über die omanische Küste.
Grund 2: Huthi Haben Strategischen Vorteil Erkannt
Laut Schindler haben die Huthi einen strategischen Vorteil erkannt und perfekt ausgenutzt. Aktuell seien die Huthi physisch auf der Insel Mayun und zwei kleineren Inseln in Bab al-Mandab: "Wenn die Huthi auf dieser Inselgruppe sind, können sie eben links oder rechts mit wenig Abstand Schiffe beschießen."
Sie seien in der Position, Schiffe in beide Richtungen zu treffen, denn jedes Schiff, das durch die Meerenge fahre, müsse diese Inselgruppe passieren.
Zwar sagen die Huthi, nur saudische Schiffe seien gefährdet. Doch allein das Risiko, das ihre Präsenz darstellt, reiche aus, um den Schiffverkehr erheblich zu beeinträchtigen. "Präsenz und die Drohung langen, weil es nicht darum geht, zu zeigen: Wir können jedes Schiff beschießen", so Sicherheitsexperte Schindler. "Es geht auch nicht darum zu zeigen: Wir können jedes saudische Schiff beschießen."
Die Schiffversicherer könnten enorme Summen verlangen und die ersten Schiffe würden schon den langen Weg über Afrika nehmen, so Schindler. Das treibe die Preise - auch in Europa - in die Höhe.
Grund 3: Schutzmacht Usa Springt Saudi-Arabien Nicht Zur Seite
Saudi-Arabien führt zwar gezielt Luftschläge auf Huthi-Stellungen durch, doch ist damit wenig erfolgreich. Es zögere aber auch, weiterzugehen, so der Experte Schindler: "Saudi-Arabien scheint im Moment nicht willens zu sein, eine komplette Eskalation wieder in Kauf zu nehmen, also auch wieder Bodentruppen wie in der Vergangenheit Richtung Jemen zu schicken."
Früher konnte sich Saudi-Arabien auf die USA verlassen, doch die sind zu sehr mit den Zwischenwahlen und Iran beschäftigt, erläutert die Nahost-Expertin Bente Scheller:
Solange der Krieg mit Iran weitergeht, sei es unwahrscheinlich, dass die USA eine zweite derartige Militäroffensive starten, so Scheller.
Ein möglicher Rückzug der Schutzmacht USA besorgt auch die Länder in der Region. Von dort kommen lediglich diplomatische Signale. Im UN-Sicherheitsrat erklärte der saudische Botschafter Abdulaziz Alwasil jüngst, die Angriffe der Huthi würden nicht nur Saudi-Arabien gelten: "Sie gefährden die Sicherheit der Region sowie eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten, und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen reichen bis in die meisten Teile der Welt."
- Hormus-Krise: Friedenstreffen geplatzt, Öl teurer
Eine Lage, mit der Saudi-Arabien noch alleine gelassen wird. Genau das nutzt die Huthi-Miliz aus - auch zum Vorteil Irans und zum Nachteil aller, die auf saudisches Öl angewiesen sind.
Jenifer Girke ist Reporterin im ZDF-Studio Kairo.
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Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, darunter heute Xpress am 15.09.2026 ab 09:00 Uhr.
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