Wie Bienen in Malawi Mensch und Tier Voreinander Schützen

Wie Bienen in Malawi Mensch und Tier Voreinander Schützen
Wie Bienen in Malawi Mensch und Tier Voreinander Schützen
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Das Dach musste sie neu decken, die komplette Wand wieder aufbauen. Die Nacht, in der Christine Banda aufwachte und ein Elefant vor ihr stand, wird sie nie vergessen. Er riss die Wand herunter, um den Mais dahinter zu fressen.

Christine Banda lebt in einem kleinen Dorf direkt neben dem Kasungu Nationalpark in Malawi - 2.300 Quadratkilometer Wildnis. Immer wieder kommt es hier zu Begegnungen zwischen Menschen und Elefanten. In Kasungu prallen zwei Welten aufeinander: Menschen, die ihre Felder bestellen wollen und Elefanten, die ständig auf der Suche nach Nahrung sind.

Seit ein paar Monaten gibt es einen Zaun, der die Tiere vom Dorf fernhalten soll. Früher, erzählt Christine Banda, hat sie versucht, sich anders zu schützen - mit Bienen: als die Elefantenbesuche häufiger wurden, hängte sie Bienenstöcke in die Bäume.

Bienen Als Abschreckung

Elefanten haben empfindliche Haut - besonders um die Augen und am weichen Rüssel. Sie fürchten Bienenstiche und erinnern sich an schmerzhafte Begegnungen.

Die Bienenstöcke hängen an dicken Drähten. Berührt ein Elefant einen Draht, gerät der Stock ins Schwingen und die Bienen werden aufgeschreckt. Elefanten suchen dann meist schnell das Weite. Ganz sicher aber fühlte sich Christine Banda mit dieser Methode allerdings nie.

Die Bienenstöcke hat sie behalten. Denn was einst vor Elefanten schützen sollte, soll jetzt auch Geld bringen: Banda versucht sich als Imkerin. Einen Schutzanzug hat sie nicht.

Klimawandel Und Wilderei

Viele Familien in der Region leben von der Landwirtschaft - normalerweise. Doch der Regen bleibt aus, die Ernten werden schlechter. Gleichzeitig gibt es in den Dörfern kaum Arbeitsplätze.

Die Menschen sind deshalb auf die Ressourcen des Nationalparks angewiesen. Sie fällen Bäume für Feuerholz und Holzkohle oder wildern Tiere, damit sie und ihre Familien etwas zu essen haben. Für Umwelt- und Tierschutzorganisationen bedeutet das: Wer Mensch und Tier schützen will, muss auch den Menschen eine andere Möglichkeit geben, Geld zu verdienen. "Der Klimawandel hat die Region bereits getroffen", sagt Phillip Namagonya vom Internationalen Tierschutzfonds IFAW. Und weiter: "Sie können nicht mehr genug ernten, um ihre Familien zu ernähren. Vor diesem Hintergrund ist es schwer, mit der Wilderei aufzuhören."

Eine dieser Alternativen sind die Bienen.

Honig Statt Schnelles Geld

Wie schützt man einen Bienenstock? Wie schützt man sich selbst vor Stichen? Wie und wann erntet man den Honig, damit möglichst wenig Bienen dabei sterben?

Das bringt Imker Charles Simuhango den Menschen bei. Immer wieder kommt er in diese Gegend Malawis, um entlang des Kasungu- Parks zu schulen. Auch der richtige Umgang mit den Bienen gehört dazu: Schutzkleidung und eine Rauchkanne sollen die Imker vor Stichen schützen. Das Schwierigste für die Allermeisten, sagt er: "Geduld."

Auch auf der anderen Seite des Zaunes - im Nationalpark - stehen Bienenstöcke. 15 gibt es in der Nähe des Dorfes. Erfahrene Imker aus den Gemeinden dürfen sie kontrollieren und den Honig ernten. Ein Ranger begleitet sie dabei, Schutzkleidung gehört zur Ausstattung.

Tiere Erinnern Sich An Pfleger:studie Bestätigt Elefantengedächtnis

Sprichwörtlich ist das Elefantengedächtnis schon lange - nun bestätigte es eine Studie der Uni Kiel bei zwei Tieren erneut. Sie erinnerten sich offenbar an frühere Pfleger.

Das Ziel: hochwertiger Honig, der sich gut verkaufen lässt. Wer mit Bienen Geld verdienen kann, so die Hoffnung, ist weniger auf den schnellen Verdienst durch Wilderei angewiesen. Für Banda hat sich bereits etwas verändert.

Ob sich die Imkerei für Christine Banda und die anderen Menschen in den Dörfern beim Kasungu-Nationalpark dauerhaft lohnt, ob sie genug Geduld haben, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Mensch-Tier-Konflikt In Afrika

In vielen Ländern Afrikas kommt es zu Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren. Wenn Dörfer und landwirtschaftliche Flächen wachsen, geraten Menschen und Tiere häufiger in Kontakt. Dürren und andere Folgen des Klimawandels können den Konflikt zusätzlich verschärfen: Auf der Suche nach Wasser und Nahrung verlassen Wildtiere ihre Schutzgebiete und gelangen in besiedelte Gebiete. Elefanten können dabei Felder zerstören oder Häuser beschädigen. Für Menschen kann das gefährlich werden, gleichzeitig sind Wildtiere durch Lebensraumverlust und Wilderei bedroht.

Deshalb gibt es verschiedene Ansätze, um Konflikte zu vermeiden. Zäune oder natürliche Barrieren sollen Tiere von Feldern und Dörfern fernhalten. Manche Projekte setzen auf Frühwarnsysteme, damit Menschen rechtzeitig gewarnt werden, wenn sich Elefanten nähern. Auch neue Einkommensmöglichkeiten spielen eine Rolle: Wenn Menschen mit Landwirtschaft, Imkerei oder Tourismus Geld verdienen können, soll der Druck auf die natürlichen Ressourcen sinken. Ziel ist es, Lösungen zu finden, bei denen sowohl die Menschen als auch die Wildtiere profitieren.

Verena Garrett ist Studioleiterin im ZDF-Studio Johannesburg.

Hinweis

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF im dem Beitrag Bienen schützen Menschen vor Elefanten am 22.09.2026 ab 12 Uhr.

In vielen Ländern Afrikas kommt es zu Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren. Wenn Dörfer und landwirtschaftliche Flächen wachsen, geraten Menschen und Tiere häufiger in Kontakt. Dürren und andere Folgen des Klimawandels können den Konflikt zusätzlich verschärfen: Auf der Suche nach Wasser und Nahrung verlassen Wildtiere ihre Schutzgebiete und gelangen in besiedelte Gebiete. Elefanten können dabei Felder zerstören oder Häuser beschädigen. Für Menschen kann das gefährlich werden, gleichzeitig sind Wildtiere durch Lebensraumverlust und Wilderei bedroht.

Deshalb gibt es verschiedene Ansätze, um Konflikte zu vermeiden. Zäune oder natürliche Barrieren sollen Tiere von Feldern und Dörfern fernhalten. Manche Projekte setzen auf Frühwarnsysteme, damit Menschen rechtzeitig gewarnt werden, wenn sich Elefanten nähern. Auch neue Einkommensmöglichkeiten spielen eine Rolle: Wenn Menschen mit Landwirtschaft, Imkerei oder Tourismus Geld verdienen können, soll der Druck auf die natürlichen Ressourcen sinken. Ziel ist es, Lösungen zu finden, bei denen sowohl die Menschen als auch die Wildtiere profitieren.

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